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.: Vorwort
.: Kapitel I .: Kapitel II
.: Kapitel III .: Kapitel IV


.: Von Männern mit Nebenwirkungen


Vom Mann, der verlassen ist

Es ist jetzt 4 Tage und 6 Stunden her. Einfach gegangen ist er. Einfach so, ohne Vorwarnung. Ohne Streit. Einfach so. Trennung in Freundschaft. Ich werde es irgendwann verstehen, daß es so besser ist.

Das hat er gesagt. Ich hab zuerst gar nichts gefühlt. Ich saß da und habe gewartet, daß ich endlich was fühle. Daß ich heulen muß oder sowas halt. Da war aber nichts.
Wie ein Vakuum, daß sich in mir ausbreitet. Ich saß einfach nur da und war wie raus aus dem Leben. Ich hätte was besseres als einen solchen Beziehungsneurotiker verdient. Das hat er auch gesagt. Ich habe gar nichts gesagt. Ich saß nur da.
Hab nichts gedacht. Saß einfach nur da. So, als wollte ich jeden Moment verschwinden. Ich muß wohl mehrere Stunden so gesessen haben. Ich dachte mir, nur raus hier. Eine Runde um den Block oder ins Auto und einfach wegfahren, egal wohin, nur raus, sonst drehst du durch.
Aber ich konnte mich nicht bewegen. Mein Körper saß einfach nur da. Und ich hatte das Gefühl, das bin nicht ich, was da sitzt. Nur noch ein leerer Rest. Das passiert mir nicht mehr. Im Leben nicht mehr. Das habe ich mir geschworen. Einfach so weggeworfen werden. So, als sei man nichts wert. Ich wollte nochmal mit ihm reden. Ich hab dann aber doch nichts gemacht.
Ich hätte ihn ja anrufen können. Das wollte ich dann aber doch nicht. Vielleicht hab ich mich geschämt. Weil er mich weggeworfen hat. Das weiß ich aber nicht so genau. Ich hätte eh nichts ändern können. Ganz sicher nicht. Vielleicht hatte er eine anderen gefunden. Was besseres. Ein nahtloser Übergang. Vielleicht war auch nur unsere Halbwertzeit abgelaufen.
Man hat eine bestimmte Zeit zusammen und wenn die vorbei ist, macht das alles keinen Sinn mehr. Dann ist die Luft raus. Und er hat das erkannt. Nur ich halt nicht. Ist aber auch egal. Ich fühle mich wie Dreck. Das werde ich nicht mehr mit mir machen lassen. Nie wieder.
Alles wird dir genommen. Nur ein Augenblick genügt und alles war umsonst. Liebe, dieser ganze Scheiß. Nie wieder.
Dreckszeug.