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.: Der
Weg des
Lebens
1.
Jugend,nicht schön
Die Einsamkeit beginnt, wo wir anfangen und nicht mehr ein Teil unserer
Mutter sind. Toll ist das nicht. Eine Zeitlang tappen wir doof durch
die Welt, Kindheit ist das, da Hirn und Gefühl sich nicht recht
verständigen. Die finden erst in der Pubertät wieder
zusammen. In der Zeit, in der die meisten die erste Liebe erleben. Die
die Romantischste ist, weil sie nur aus Illusion besteht. Die nichts
will, außer Auflösung. Ein Mädchen ein Junge egal und
wir wollten ihn/sie, und wußten gar nicht was wir mit ihm/ihr
wollten außer - nie mehr alleine zu sein.
Standen an offenen Fenstern und draussen Frühling und an den
Wänden Pferdeposter und was wir über Liebe wußten ging
so: Mit ihm auf einer Insel sein und ansehen, Tag und Nacht und die
kleinen Härchen am Arm berühren. Tag und Nacht. So Traum wie
damals, als wir noch nicht wußten was Liebe ist, wird Liebe nie
mehr, nie mehr werden wir so unendlich sein.
2. Danach. Noch
unerfreulicher
Die erste Liebe zerbricht und der erste Liebeskummer kommt. Ach
wären wir doch gestorben, damals.
Wir hätten uns die Wiederholungen erspart. Wir haben unsere
Unschuld verloren, und statt ihrer Ideen entwickelt. Wie Liebe sein
müsste, die richtige Liebe.
Denken wir - muß sein wie fliegen, und sich die Sachen vom Leib
reißen und sich nie mehr trennen und nicht mehr essen und nicht
mehr schlafen und wild muß es sein und Seelenverwandt und
aufregend und verrückt und nachts tanzen im Regen und Hütchen
tragen und 1000 Kilometer fahren nur für einen Kuss, der nie endet
und halten halten halten.
Das ist die Idee, und sie meint - eigentlich wollen wir zurück zu
der Zeit, als wir eins mit der Mutter waren, Bedingungslosigkeit wollen
wir, danach suchen wir und werden immer enttäuscht werden.
Denn so ist es nie.
Merken wir, alle zwei Jahre, wenn wieder ein Traum zerbricht, und der
Schmerz, wird weniger.
Wir vertragen ihn nur kaum noch, weil wir doch nicht wissen, wie es
gehen soll, weil wir ahnen, das etwas falsch ist und immer bleiben wir
allein zurück, die wir altern und unsere Knochen werden porös
und unsere Seele ist es schon, überzogen mit vielen Sprüngen.
Wir sind nicht mehr jung und noch nicht alt - die furchtbarste Zeit im
Leben, weil sie voller Sehnsucht nach einem Wunder ist
und das wird -- ziehmlich sicher -- nicht eintreten.
3. Die Zeit nach der
Liebe.
Eigentlich hätten wir mit unsere ersten Liebe zusammenbleiben
können. Die hundert Wiederholungen auslassen. Sex ist nur Sex,
kann man lernen, feuchte Geschichte ist doch egal - und Freundschaft
wird mit der Zeit erst gut.
Was suchen wir --ach ja-- die große Liebe suchen wir.
Immer schneller trennen wir uns verlassen, werden verlassen. Leiden
wird Routine und fast ist das Leiden cool, weil da geht was, da hat man
was zu erzählen, da wird man bedauert und nimmt ein paar Kilo ab
und alle reden von Lebensabschnittsgefährten
und Mißtrauen der Unendlichkeit, und nörgeln und sind
unzufrieden, wenn sie einen haben zum liebhaben, der kann`s doch nicht
gewesen sein, überall können wir etwas Größeres
und Besseres haben, werden uns Träume versprochen. Neue Partner
kann man kaufen an jeder Ecke.überall sehen wir Liebe und Sex und
Werbung und Filme und Modells und alle sehn toll aus und sind
verfügbar und warum dann an etwas hängen bleiben das den
Glanz verloren hat - Kaum mehr einer schaut in den Spiegel und sieht
sich, wie er ist. Wenn Naomie uns ihre Brüste zeigt dann kann man
doch Naomi haben.
Immer kürzer die Halbwertszeit von dem was wir als Liebe
bezeichnen, weilwir nicht wissen wie man den Dreck sonst nennen soll.
Hatte die Generation vor uns das Problem vor lauter Analyse und
Selbstfindung zu egoistischen kleine Arschlöchern geworden zu
sein, kranken wir heute daran nichts mehr zu sein. Keiner ist mehr
etwas, keiner ist mehr Besonders, falsch verstandene Demokratie hat uns
alle gleich gemacht, alle ohne Eigenschaften, und mit der Sucht nach
mehr.
Immer weniger wollen wir uns anstrengen. Das muß passen, sofort
und gut sein. Wenn wir es mit uns selber schon nicht gut haben, dann
muß doch der Partner dafür sorgen.
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